M//Card Lieferantenwechsel
Florian J.
Stadtwerke München GmbH
Dr. Kurt Mühlhäuser
Geschäftsführung
Emmy-Noether-Straße 2
80287 München
München, der 17.01.2008
M//Card – Lieferantenwechsel
Ihr Schreiben vom 11.01.2008
Sehr geehrter Herr Dr. Mühlhäuser,
ich nehme Bezug auf Ihre Bestätigung der Kündigung des Energieliefervertrages mit den Stadtwerken München – vielen Dank hierfür.
Allerdings möchte ich Ihnen auf diesem Wege persönlich mitteilen, dass ich über den Service und die Kundenorientierung Ihres Hauses mehr als enttäuscht bin.
Als ich Ende letzten Jahres meine jährliche Stromrechnung erhielt, wurde mir eine Nachzahlung i.H.v. ca. 160 Euro angekündigt, mein Verbrauch war dubioser Weise dramatisch angestiegen. Bei der Nachfrage in Ihrem Kundenzentrum, das den Zusatz „Kunde“ im Namen nicht wirklich verdient, wurde mir als Erklärung „Sie haben wohl neue Geräte!“ bzw. „Es könnte sich um einen Stromraub handeln!“ angeboten. Letztendlich entnahm ich dem Münchner Merkur, dass eine durch Sie beauftragte Firma im vorletzten Jahr teilweise Zählerstände frei erfunden hat, wovon auch ich betroffen war. Den falschen Minderverbrauch des Vorjahres hatte ich nun nachzuzahlen.
Ihr Haus entschuldigte sich schriftlich bei mir und schrieb mir auch den finanziellen Nachteil, der mir durch die Umsatzsteuererhöhung 2007 entstanden war, gut, den Restbetrag zogen Sie natürlich ein.
Nun gut, Dinge passieren und da ich es leid war und mich ziemlich geärgert hatte, kündigte ich meinen Vertrag.
Als krönenden Abschluss erhielt ich gestern jedoch ein Schreiben, das ich mir erlaube, als Kopie beizulegen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Stadtwerke es zumindest bedauern, dass Sie mich als Kunden verlieren (dass mir ein günstiges Angebot unterbreitet würde, darauf hoffte ich nicht einmal) aber nein, man teilt mir auf fast zwei Seiten mit, dass man mir eine Kundenkarte entzieht, die ich nie beantragt oder gewollte habe! Halb beleidigt, halb drohend schreibt mir der Leiter Ihres so genannten „Service“-Centers (!), dass besagte M-Card auch für alle weiteren Partner dieses Verbundes gesperrt sei.
Hierbei kann ich nur zu der Überzeugung gelangen, dass es sich bei Ihrem Hause lediglich um eine Stromverteilungsmaschinerie mit anschließendem Geldeinsammlungsautomatismus handelt und nicht um ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen. Schließlich bin ich weiterhin Ihr Kunde! Ich fahre U-Bahn, besuche Ihre Bäder, trinke Ihr Wasser – außerdem bin ich Kunde bei Ihrem Tochterunternehmen M-Net. Da sich jetzt bei mir nachhaltig der Eindruck festsetzt, dies sei Ihnen einerlei, werde ich noch heute meinen Vertrag bei M-Net kündigen. Des weiteren werde ich all meinen Freunden, Verwandten und Kollegen von diesem unmöglichen Gebaren erzählen und Sie dazu auffordern, möglichst schnell zu einem freundlicheren Versorgungsunternehmen zu wechseln. Der freie Wettbewerb macht es ja zum Glück möglich.
Besonders entsetzt hat mich, dass ich selbst bei einer Firma Ihres Partnerverbundes arbeite. Unseren Marketingleiter werde ich über Ihre Art mit unseren Kunden umzugehen unterrichten. Außerdem erlaube ich mir, einen Abdruck dieses Briefes an Stadtrat Marian Offman zu übermitteln.
Für die zukünftigen Aufgaben auf dem liberalisierten Strommarkt wünsche ich Ihnen alles Gute und vor allem viel Kraft, damit Sie Ihr Haus hierfür fit machen können.
Mit freundlichen Grüßen
Florian J.
